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Dudelsack - Geschichte & Tradition

dudelsack pfeiferDer Dudelsack, auch Sackpfeife genannt, gehört zu den ältesten Musikinstrumenten und lässt sich in seiner frühen Form bereits im Altertum nachweisen. Zu den charakteristischen Eigenschaften des Dudelsacks gehören meist eine oder mehrere Bordunpfeifen, die einen gleichbleibenden Dauerton von sich geben, während über einen Windsack ein kontinuierliches Spielen ermöglicht wird. Als Holzblasinstrument verfügt der Dudelsack über Rohrblätter, die sowohl in der Einfach- als auch Doppelausführung vorliegen können. Neben Grenadil, das für den Bau der Great Highland Bagpipe benutzt wird, werden in anderen Ländern auch lokale Hölzer verwendet.

 

Während man die Ursprünge des Dudelsacks in Asien vermutet, findet er sich seit der Antike im ganzen Mittelmeerraum. Von dort aus führt das römische Weltreich vermutlich zu seiner anschließenden Verbreitung in ganz Europa, wo der Dudelsack besonders in den keltisch geprägten Regionen Galicien mit der Gaita, in der Bretagne mit der Binioù und auf den Britischen Inseln in Irland und Schottland mit der Uilleann bzw. Highland Bagpipe einen starken Einfluss auf die lokale Musiktradition entwickelt und diesen bis heute ausübt. Im übrigen Europa erreicht die Musette de Cour im spätbarocken Frankreich eine hohe Stufe der Entwicklung und weitere regionale Ausprägungen des Instruments, wie die italienische Zampogna, der Böhmische Bock oder die bulgarische Gaida finden sich in ganz Süd- und Osteuropa sowie auf dem Balkan bis nach Bulgarien und dem Nahen Osten.

 

dudelsackspielerIm Mittelalter und der frühen Neuzeit war der Dudelsack als Volks- und Hirteninstrument aus der europäischen Musiklandschaft nicht wegzudenken und erreichte eine Blüte, die bis heute in der bildenden Kunst eindrucksvoll belegt ist. Kupferstiche von Albrecht Dürer oder Pieter Bruegels Tafelbilder zeigen Sackpfeifenspieler in alltäglichen Situationen, auf Festen oder in der Natur während die Steinmetzarbeiten vieler Kirchen und Kathedralen verschiedenste Dudelsacktypen und Pfeifer darstellen.

 

Eine besondere Verbindung zwischen Dudelsack und lokaler Tradition lässt sich in den Highlands von Schottland finden, welches heute manchmal fälschlicherweise als "Mutterland" des Dudelsacks bezeichnet wird. Als Instrument der Musik am Hof überdauerte er dort in der Form der Great Highland Bagpipe die Jahrhunderte und seine spätere Adaption in der Militärmusik transformierten ihn zu einem identitätsstiftenden Element der schottischen Kultur. Durch das Britische Empire gelangten schottische Hochlandregimenter mit ihren Dudelsackspielern bis in der letzten Winkel der Erde und schottische Auswanderer nahmen ihre Musik erst in die Neue Welt mit und später an deren anderes Ende. In Europa brachten zwei Weltkriege und die anschließende Besatzungszeit den Dudelsack auch wieder nach Deutschland, nachdem die heimischen Sackpfeifen zu Anfang des vergangenen Jahrhunderts so gut wie ausgestorben waren.

 

Seit den 70er Jahren kam es dann zu einer eindrucksvollen Renaissance. Neben einigen Individualisten, welche die Highland Bagpipe bei Besuchen in Schottland oder von in Deutschland stationierten Soldaten erlernten, beschäftigten sich andere mit der Rekonstruktion historischer Instrumente. Heute erfreut sich der Dudelsack in seinen verschiedenen Ausprägungen wieder einer großen und stetig wachsenden Beliebtheit. Bei Highland Games, Folk Festivals und Mittelaltermärkten zeugen unzählige Bands und Einzelspieler von einer lebendigen Musiktradition.

 

Die Dudelsackschule möchte ihren Beitrag zur Fortführung und Weiterentwicklung einer offenen Dudelsack-Kultur leisten und versteht sich als zentrale Anlaufstelle für Spieler und Gruppen der verschiedenen Dudelsack-Traditionen. Dabei steht die Freude am Musizieren und die Vermittlung von tradiertem Wissen im Vordergrund.